Hallo,
allzu bekannt ist das Verhalten des verkaufenden Personals in den meisten Supermärkten, Baumärkten und sonstigen, großflächigen Anbietern von Waren. Wehe, es wird nach Hilfe gesucht beim Ausspähen eines bestimmten Produktes oder sogar einer Beratung. Die Schwierigkeiten beginnen häufig bereits damit, erst einmal einen Mitarbeiter zu finden. Da kann richtig Freude aufkommen, wenn durch die endlosen Gänge eines Baumarktes gelaufen wird, um einen Menschen mit Verkaufsverkleidung zu finden. Sollte dieser erste Schritt gelungen sein, beginnt das Drama aber erst richtig. „Das müsste im 3. Gang hinten links liegen“ ist eine sehr gängige Taktik, alles, was mit „müsste“ zu tun hat, ist selten dort zu finden. Zumindest wird nicht mehr gesagt, „hamma nich, kriegen wa auch nich wieder rein“.
Die Service-Wüste in Deutschland ist hinlänglich bekannt, über Jahrzehnte hat sich aber keine wirklich merkliche Verbesserung aufgetan. Berichte in Verbraucher-Magazinen über das Einpacken der Waren in Verkaufstüten, die sogar noch ins Auto getragen werden, konnten nur aus den USA vermeldet werden. Sogar am Eingang die Tür aufgehalten zu bekommen und höchstpersönlich begrüßt zu werden, das durfte nur aus Japan vernommen werden.
Nun ist doch Bewegung aufgekommen in der deutschen Dienstleistungslandschaft.
Aus dem Magazin „Die Reporter“ vom ZDF war zu entnehmen, dass sich sogar eine ganze Stadt darum bemüht, den Kunden wieder als König zu behandeln. Mit versteckter Kamera waren sie in "Endingen" unterwegs, um zu überprüfen, ob diese Werbekampagne auch Hand und Fuß hat. Tatsächlich, in allen Einzelhandelhandelsgeschäften gab es freundliche Begrüßungen und fachkundige Beratungen. Passanten auf der Straße bestätigten den Eindruck, dass die Idee von den Unternehmern, Service am Kunden wird sich bezahlt machen, wirklich umgesetzt wird.
Im Raum Köln in NRW wurde sogar eine Service-WM durchgeführt, die die besten Serviceleistungen von Unternehmen würdigt. Initiiert wurde dies als Gemeinschaftsveranstaltung vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der Agentur „Metatrain“. Dabei beurteilten die Kunden einen Betrieb auf der Grundlage der Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass sie dieses Unternehmen einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen“. Im Rahmen dieser Initiative wurde auch die hinlänglich bekannte Abkürzung LMAA neu definiert: „Lächle mal am Arbeitsplatz“. Na bitte, geht doch.
Roland Börck
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