Hallo,
wenn Kinder und Jugendliche Schwierigkeiten in der Familie oder Schule haben, es Beziehungsprobleme gibt oder sie sich gegen Angriffe von Mitschülern wehren müssen, dann kann die Nummer gegen Kummer helfen. Aber auch Erwachsene, die Unterstützung brauchen, wählen diese Nummer häufig an. Eine tolle Initiative, die bereits seit 30 Jahren aktiv ist.
©olgameier-sander/pixelio.deÜber 200.000 Anrufe jährlichMehr als 200.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland wählen pro Jahr die gebührenfreie Nummer. Viele von ihnen reden mit einem der knapp 4000 ehrenamtlich arbeitenden Berater ausführlich über ihre Sorgen und Ängste. Im Schutz der Anonymität lässt sich aussprechen, was zuvor nicht möglich war.
„Dabei machen die Kinder und Jugendlichen die Erfahrung, dass das guttut“, sagt Beate Friese vom Dachverband der Nummer gegen Kummer in Wuppertal. Immer häufiger greifen auch Jungen zum Telefon. „Während der Anteil männlicher Anrufer im Jahr 2000 nur rund 25 Prozent ausmachte, stieg er inzwischen auf knapp 40 Prozent“, sagt Friese.
Den Sinn des Lebens suchenAber auch über Regeln und Verbote der Eltern wollen viele reden. Besondere Anrufe gibt es um Weihnachten. „In der eher nachdenklichen Zeit machen sich Kinder und Jugendliche mehr Gedanken um ihre Familie und richtige Freunde und fragen nach dem Sinn des Lebens“, berichtet eine Mitarbeiterin. Gemeinsam werden Strategien entwickelt – im besten Fall findet der Anrufer selbst geeignete Lösungen für sein Problem.
In den Gesprächen merken die Ehrenamtlichen, wie sich die Nöte über die Jahre hinweg verändern. „So kommt neben dem Mobbing in Schulklassen immer häufiger Cybermobbing im Netz zur Sprache, also das, was mit Lena passiert ist“, so die Mitarbeiterin. Fortbildungen machen die Berater fit für solche neuen Themen. Weiterbildung ebenso wie Supervision sind für jeden Berater Pflicht.
Per E-Mail über Gewalt und sexuellen MissbrauchWeil Jugendliche viel Zeit im Netz verbringen, können sie sich auch dort per E-Mail von der Nummer gegen Kummer anonym beraten lassen. Sie nutzen dieses Medium verstärkt bei schwerwiegenden Problemen wie Gewalt und sexueller Missbrauch. „Viele schreiben, dass sie nicht darüber reden möchten, sondern es dieser E-Mail wie einem Tagebuch anvertrauen. Offensichtlich fällt das leichter“, vermutet E-Mail-Beraterin Beate Friese.
Auch Eltern brauchen UnterstützungSeit zehn Jahren gibt es bei der Nummer gegen Kummer ein Elterntelefon, speziell zu Erziehungsfragen und Elternschaft. Meist rufen Mütter an. „Ihr Problemspektrum ist sehr breit. Es reicht vom Säugling, der vermeintlich nicht ausreichend schläft, bis hin zum 28-jährigen Sohn, der nicht ausziehen will“, erklärt Kirstin Dawin vom Kinderschutzbund München.
Dass solche Hilfsorganisationen Unterstützung gebrauchen können, liegt nahe. Deshalb hier der Originaltext der Suche, vielleicht hat ja jemand Interesse an der Mitwirkung.
„Ich mache mit! Ihr Engagement ist gefragt!Wir suchen Frauen, Männer und Jugendliche (16-20 Jahren), die ehrenamtlich in unseren Beratungsteams mitarbeiten.
• Sie möchten sich ehrenamtlich und verantwortungsbewusst engagieren,
• wollen Kindern, Jugendlichen oder Eltern zur Seite stehen, sie entlasten und mit ihnen gemeinsam nach Lösungen suchen,
• haben Verständnis für jugendliche Verhaltensweisen; sind psychisch belastbar und können auch Provokationen angemessen begegnen,
• sind interessiert und tolerant gegenüber anderen Meinungen, Kulturen und Religionen,
• können sich einfühlen und haben Freude, anderen zu helfen,
• können Ihre Mitarbeit regelmäßig und über einen längeren Zeitraum vormittags, nachmittags und/oder abends zusagen.
Von Ihrem ehrenamtlichen Engagement am Kinder- und Jugendtelefon oder Elterntelefon werden auch Sie selbst profitieren! Durch die Gespräche am Telefon und den Erfahrungsaustausch im Beratungsteam wächst Ihr Verständnis für Andere und Ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten werden gestärkt. Eine nicht immer leichte, aber sehr dankbare Aufgabe!
Wir freuen uns auf Sie!“
Hier einige Kontaktdaten:Nummer gegen Kummer:
• Kinder- und Jugendtelefon
08 00/1 11 03 33 und 08 00/11 61 11, Mo. bis Sa. von 14 bis 20 Uhr
E-Mail-Beratung im Internet unter: www.nummergegenkummer.de
• Elterntelefon
08 00/111 05 50, Mo. bis Fr. von 9 bis 11 Uhr sowie Di. und Do. von 17 bis 19 Uhr.
• Telefonseelsorge
Rund um die Uhr sind die Berater unter 08 00/1 11 01 11 und 08 00/1 11 02 22 erreichbar, im Netz unter www.telefonseelsorge.de
Wer einen Blick auf die Website werfen möchte, hier der direkte Link:
https://www.nummergegenkummer.de/cms/website.php
Roland Börck